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HOTAVANTGARDEHOTHOT! 2011-2013

Erstes Kuratorenteam für OSLO10: Simone Neuenschwander und Christiane Rekade

Ab Mai 2011 startete das Projekt OSLO10, ein unabhängiger Ausstellungsraum im Kunstfreilager, Basel/Münchenstein. In unmittelbarer Nähe haben sich bereits andere neue Räume für Kunst und Kultur angesiedelt: Das Haus für elektronische Künste (plug.in und Shift Festival), das alternative Radio X, Galerien und zahlreiche Ateliers sind seit Januar 2011 auf dem Dreispitzareal aktiv. Im Kunstfreilager wird in naher Zukunft ebenfalls die Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) ihr neues Domizil finden.

An diesem Ort des Umbruchs öffnete der neue Ausstellungsraum OSLO10, der alle zwei Jahre von einem anderen Kuratorenteam geleitet wird. OSLO10 wird von einem Verein getragen und von der Christoph Merian Stiftung grundfinanziert. Im Februar diesen Jahres hat die Jury – bestehend aus Daniel Baumann (freier Kurator, Basel und Präsident von OSLO10), Nikola Dietrich (Kuratorin Museum für Gegenwartskunst Basel), Kaspar Müller (Künstler, Basel/Zürich), Edit Oderbolz (Künstlerin, Basel), Nadia Schneider Willen (freie Kuratorin, Zürich) und Anna Bonacci (Projektleiterin Kultur, Christoph Merian Stiftung) – über die Vergabe des ersten Kuratorenteams entschieden.

Simone Neuenschwander und Christiane Rekade wurden als erste Kuratorinnen von OSLO10 für die Periode vom 1. April 2011 bis 30. März 2013 ernannt. Mit diesem Team ist die Wahl auf zwei Kuratorinnen gefallen, die sowohl mit der Schweizer Kunstszene vertraut als auch international sehr gut vernetzt sind.

Für OSLO10 werden Simone Neuenschwander und Christiane Rekade einen innovativen, unabhängigen Raum für Schweizer und internationale Künstlerinnen und Künstler und somit einen weiteren wichtigen Treffpunkt der zurzeit sehr lebendigen kulturellen Szene Basels schaffen. In ihrem Konzept beziehen sich die Kuratorinnen direkt auf den Kontext des neuen Ausstellungsraums im Kunstfreilager auf dem Dreispitzareal. Unter dem Titel HOTAVANTGARDEHOTHOT nehmen sie die Bewegungen und Ansprüche der Avantgarde auf: Sowohl im kunsthistorischen Sinne – in der Frage nach der Bedeutung der Avantgarde innerhalb der zeitgenössischen Kunstproduktion – wie auch im wörtlichen Sinne einer „Vorhut“ (frz. avant- garde), also demjenigen Truppenteil, der als erster in ein neues Gebiet vorrückt. Diese Bewegung der Aneignung des Kunstfreilagers mit künstlerischen Projekten werden die Kuratorinnen nicht mit Gewalt, sondern mit Charme, Kreativität und Humor vollziehen.

Das Zweijahresprogramm für OSLO10 findet in drei Phasen statt, die unterschiedliche kuratorische Arbeitsweisen aufnehmen und verbinden: In der ersten Phase des Auskundschaftens (Pioneers to the Falls) werden sowohl der Ausstellungsraum als auch das Gelände mit einmaligen, flüchtigen Ereignissen wie Performances, Filmvorführungen und temporären Installationen bespielt. In der zweiten Bewegung des Besetzens (Wild Signs) werden ab November 2011 eine Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen sein. In der dritten Phase des Pflegens/Dokumentierens (Keep the Ball in the Air and the Game alive) wird der Ausstellungsraum im Herbst 2012 in eine offene Redaktion umgewandelt, in der eine umfangreiche Publikation – begleitet von künstlerischen Präsentationen, Lesungen und Gesprächen – produziert wird.